SZ 31.05.2026
12:06 Uhr

Wandern in Bayern: Bettwanzen auf dem Vormarsch – auch in Berghütten


Sie krabbeln nachts aus Ritzen: Bettwanzen sind auch in den Bergen aktiv – auf Hütten. Was Gäste tun können, um die Plage nicht auf die nächste Hütte zu tragen. Oder sie im Schlafsack mit heimzunehmen.

Wandern in Bayern: Bettwanzen auf dem Vormarsch – auch in Berghütten

Sie verstecken sich in Ritzen und in Matratzen und kommen meist erst in der Nacht heraus: Bettwanzen. Sie galten lange vielerorts als nahezu ausgerottet – aber seit einigen Jahren sind sie weltweit wieder auf dem Vormarsch. Vor allem da, wo Betten von wechselnden Gästen benutzt werden wie in Hotels, Jugendherbergen oder Hütten breiten sie sich aus. Denn die Wanze wandert mit dem Gast mit – ins nächste Quartier.

Das Thema treibt alljährlich die Wirte und Wirtinnen auf Alpenvereinshütten um. Laut Deutschem Alpenverein (DAV) sind jährlich etwa fünfzehn bis zwanzig der DAV-Hütten von Bettwanzen betroffen. Die Tendenz sei steigend, ähnlich wie bei Unterkünften im Tal, erläuterte der Bergsportverein, dessen Sektionen rund 325 Hütten mit rund 20 000 Übernachtungsmöglichkeiten betreiben.

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Der DAV mahnt nun die Gäste: Mit einfachen Maßnahmen könnten sie helfen, eine Verbreitung zu vermeiden. Dazu zählen eine gründliche Gepäckkontrolle vor und nach der Tour sowie verschließbare Beutel für Rucksack und Gepäck.

In manchen Hütten darf wegen der Wanzengefahr der Rucksack nicht mit in die Schlafräume genommen werden. Manche Wirte schwören auf Klebefallen, damit die Tiere hängen bleiben, wenn sie aus ihrem Versteck kriechen. Andere lassen Wanzenspürhunde durch die Schlafräume schnüffeln.

Hüttenschlafsack und Kleidung sollten regelmäßig bei mindestens 40 oder besser 60 Grad im längsten Waschprogramm mit viel Waschmittel gewaschen werden, rät der Alpenverein. Bei nicht waschbaren Gegenständen hilft eine dreitägige Tiefkühlkur bei minus 18 Grad oder eine Hitzebehandlung im Backofen bei mindestens 55 Grad. Doch all das ist auf der Wanderung nicht möglich.

Dabei liegt Bergsport im Trend, Mehrtagestouren von Hütte zu Hütte sind immer beliebter. Die Gästezahlen auf den Hütten steigen seit Jahren – mehr als 900 000 Übernachtungen waren es im Jahr 2024.

Ein Problem ist der Hüttenschlafsack, in dem sich die Tiere gern einnisten – und Kleidung, die auf Hütten kaum gewaschen werden kann. So werden die Blutsauger von Hütte zu Hütte getragen.

Die Tiere werden etwa so groß wie Marienkäfer. Ihr ovaler Körper ist braun. Bettwanzen saugen Blut und ernähren sich davon. Meist juckt danach die Haut. Gefährlich sind sie nicht. Bislang ist nicht bekannt, dass sie Krankheiten auf Menschen übertragen.

Winterräume von Berghütten sichern im schlimmsten Fall das Überleben im Gebirge. Doch sie werden zunehmend als Partyort missbraucht, Bergsteiger-Solidarität ist Fehlanzeige.

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